Fleete und Grünzüge in Neu Allermöhe / 2010

 

 

Auftraggeber
Bezirksamt Hamburg-Bergedorf
Fachamt für Management des öffentlichen Raumes
   
Auftrag
Pflege und Entwicklungsplan
   
Fläche   32 ha Grün- und Wasserflächen
 

Wichtige und interessante Planungsaufgaben stellen sich heute bei Bestandsanlagen in der Stadt. Solche viel frequentierten Parks besitzen oft beachtliche landschaftliche und gartenkünstlerische Qualitäten. In vielen Fällen sind sie jedoch zugewachsen, verstellt und von parkfremden Nutzungen beansprucht, die Ausstattung ist überaltert. Bei knapper werdenden Ressourcen der öffentlichen Hand macht es Sinn, solche Anlagen nach und nach für die heutigen Anforderungen zu „ertüchtigen“. Das heißt zum einen, die fortlaufende Pflege effektiver als bisher für gestalterische und ökologische Ziele zu nutzen, und zum anderen, den Bedarf  für konkrete und einmalige Investionen zu definieren. Dafür bieten wir kompakte und abgestimmte Planungskonzepte.

 

Ein Beispiel dafür ist der Pflege- und Entwicklungsplan für die öffentlichen Grünzüge in Neuallermöhe Ost: Dieser Stadtteil mit seinen schönen, holländisch anmutenden Fleeten gilt über die Grenzen Hamburgs hinaus als vorbildlich für den Wohnungsbau der 1980er Jahre.  Die seinerzeit üppig gepflanzte Grünausstattung ist aber inzwischen herangewachsen und nimmt überhand. Dichte Gebüsche bedrängen wertvolle Solitärbäume und lichtbedürftige Uferröhrichte, verdecken vielerorts den Ausblick auf das Wasser und schränken das Sicherheitsgefühl für Spaziergänger ein.

 

Eine bewusste Begrenzung und Rücknahme der Vegetation, aber keinesfalls ein Kahlschlag tat not. Die Kriterien hierfür gründen auf einer differenzierten Typologie der unterschiedlichen Fleetabschnitte. Die jeweiligen Gestalt-Vorbilder wurden aus den städtebaulichen  Rahmenplänen (Abb. 2), aus historischen Landschaftsbild-Analogien (3 und 5) und aus ausgewählten Situationen vor Ort (4 und 6) abgeleitet. Denn: „Der Spaten, den man zum Pflanzen braucht, ist notwendig, aber auch die Axt ist für die Gestaltung von Park- und Gartenlandschaften unentbehrlich.“ (Fürst von Pückler-Muskau)