Dr. Walter Jochim

 

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Gregor Hildebrandt

     *1974 in Bad Homburg

      lebt und arbeitet in Berlin

 

1995-1999 Johannes Gutenberg-Universität Mainz
1999-2002 Hochschule der Künste, Berlin
2003 Stipendium am Deutschen Studienzentrum Venedig; 2004 Förderpreis der GASAG, Berlin; 2005-2006 Stipendium des DAAD Wien; 2008 Stipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn; 2009 Vattenfall Kunstpreis „Energie“

 

Stumme Musik und erzählende Kunst

 

Man kann von Hildebrandts Kunst nicht reden, ohne von Tonbändern und Kassetten zu sprechen. Wie kein anderer Künstler hat Gregor Hildebrandt Kassettenbänder als künstlerisches Medium benutzt und entwickelt – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Kassette als Massenmedium im Verschwinden begriffen ist. Im Werk selbst ist die Musik als etwas Unhörbares eingeschlossen in die Materialität der verwendeten Video- oder Kassettentapes. Die Bänder werden entweder auf Leinwände geklebt oder als zeichnerisches Element auf Bildcollagen befestigt.

 

Man kann diese Übersetzungen und Übertragungen von Ton und Bild als kluge, formal brillante Spekulationen über etwaige Korrespondenzen zwischen unterschiedlichen Bewegungen in bildender Kunst und Musik lesen, aber die Überlagerung von Musik und Bild in den Kassettenbildern greift weiter. Die Compact-Kassette entwickelte sich zeitgleich mit dem Abstrakten Expressionismus und der Pop Art. Die Kassette war Pop im politischen Sinn. Mit ihr konnte man kommerzielle Machtstrukturen umgehen und sich selbst den Soundtrack seiner Zeit zusammenkopieren. Mit der Metamorphose der Bänder vom Tonträger zum Gestaltungsmaterial lässt Gregor Hildebrandt Bilder in der Form von Kunstwerken der informellen Moderne entstehen, die mit den aufgenommenen Musiktiteln korrespondieren.

 

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts wird die bildende Kunst durch die Speicherung der individuellen, spontanen, nicht wiederholbaren malerischen Geste, die Populärkultur durch die Speicherung des aufgenommenen, immer wieder abrufbaren musikalischen Selbstausdrucks geprägt. Gregor Hildebrandt vereinigt in seinen Bildern beide Ausdrucksformen.

 

Seine Tonbandbilder erinnern, im Moment des Verschwindens des Mediums nicht nur an die Rituale einer kollektiven Selbstermächtigung, sie sind auch Welt-Bilder, die zwei unterschiedliche Formen der Speicherung individuellen Ausdrucks fusionieren.

 

courtesy Galerie Wentrup  Berlin

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