Dr. Walter Jochim

 

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Ausstellung Ingema Reuter

Eröffnung  am 19. Januar 2008

 

Sie starb bei einem Autounfall in Hildesheim. Zehn Jahre ist das jetzt her. Die Kraft ihrer Bilder ist unvergänglich. Der Künstlerin Ingema Reuter widmet die Galerie Im Haesler Haus eine umfangreiche Schau.

Sie beweist:  Die Handschrift der Künstlerin, Jahrgang 1939, ehemalige Meisterschülerin bei Werner Volkert an der Berliner Hochschule für Bildende Künste und 1985 Lehrbeauftragte für Malerei an der Hochschule Hildesheim, bleibt unverwechselbar.

 

 

Ingema Reuters Grafiken wühlen auf, sie verwandeln das statische Medium Bild in eine brodelnde Energiequelle. Menschen hasten scheinbar ziellos auf  großformatigen Leinwänden. Farbige verschwommenen Bildräume geben nur eine Ahnung von Straßen und Plätzen, von Parks und U-Bahnstationen. In diesem  Irgendwo bewegen sich die schemenhafte Passanten mit teils aufgelösten Konturen. Anonym und zeitlos. Sie bilden die Fixpunkte in übereinandergelagerten Schichten und in einem Spiel aus Licht und Schatten, sie fungieren als Akteure in verschwommenen Traumsequenzen - ohne Anfang und ohne Ende. 

 

Wirken die Figuren noch so entmaterialisiert und surreal in den verschleierten Panoramen, so sind sie doch keine Produkte des Zufalls. Wie ihr Mann, der Maler und Grafiker Gerd Winner, benutzte Ingema Reuter die Kamera als Skizzenbuch. Die Fotografie diente ihr als Vorlage für Farbradierungen. Diese vergrößerte sie im bislang von nur von wenigen Künstlern benutzten Scanachrom-Verfahren, bei dem Acrylfarbe computergesteuert auf die Leinwand gespritzt wird.

 

In anderen Arbeiten, zu sehen im ersten Stock der Ausstellung, führte eine aufwändige Tiefdrucktechnik mit bis zu sieben Druckplatten Ingema Reuter zu ihren Ergebnissen.
In dieser Vielschichtigkeit liegt auch das Geheimnis der Suggestivkraft ihrer Arbeiten. Zusammen mit dem irritierenden Betrachterstandpunkt, einer Sicht schräg von oben, steuern Reuters Werke der gewohnten Lesbarkeit entgegen - ein Kunstgriff, der Distanz schafft und zugleich ans Bild fesselt. Kurz: Es ist schwer, einer Auseinandersetzung mit Ingema Reuters Bildern aus dem Weg zu gehen. Inhaltlich tun sich existenzielle Fragen auf: Wohin hetzen ihre Figuren? Mit welcher Richtung? Mit welchem Ziel? Der Mensch, der in der Realität verhaftet zu sein scheint, irrt in der Menge. Er eilt ins Ungewisse.

 

Dr. Silja Weißer

 

 

Vita Ingema Reuter

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