Die Geschichte unseres Hauses

bild_01.jpgDen Antrag für den Neubau legte Rendsburgs Stadtbaumeister Jordan den zuständigen Behörden am 27. Mai 1907 vor. Er wurde von Regierungsbaumeister Kusel, Mitarbeiter der Königlichen Kreisbauinspektion, geprüft, und schon am 20. Juli des gleichen Jahres erteilte der Regierungspräsident in Schleswig die Baugenehmigung.
Sie war allerdings mit zwei Auflagen versehen. So musste die räumliche Trennung zwischen der geplanten Leichenhalle und dem Schweinestall vergrößert werden, und der Raum für Tobsüchtige musste vom Nebengebäude ins Haupthaus verlegt werden, damit eine bessere Aufsicht möglich war.

Am 25. März 1908 wurde das neue Haus seiner Bestimmung übergeben. Es war die Keimzelle der heutigen Seniorenwohnanlage Neue Heimat in der Schleswiger Chaussee 42. Insgesamt fanden 1o7 Personen dort ein neues, allerdings recht schlichtes Zuhause. Auf zwei Geschossebenen lagen die Gemeinschaftsschlafsäle für 57 Männer, 36 Frauen und 14 Kinder. Im Obergeschoss waren zwei Krankenzimmer eingerichtet, und im Keller befanden sich Küche, Speisesaal und je ein Arbeitsraum für Männer und Frauen. Die Wohnung für den Hausverwalter und dessen Familie lag neben dem Haupteingang im Erdgeschoss. Zu dem neuen Anwesen gehörten außerdem Gärten und Ställe für Federvieh und Schweine. Durch die hier erwirtschafteten Erträge und durch einfache Arbeiten und Dienstleistungen hatten die Heimbewohner zu ihrem Unterhalt beizutragen. Einheitliche Arbeitskleidung kennzeichnete sie als Insassen der Anstalt.

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Zwischen Alter und Armut gab es offensichtlich schon immer einen Zusammenhang, und so kommt es nicht von ungefähr, dass das Gebäude an der Schleswiger Chaussee als „Armenhaus“ errichtet wurde. Es dauerte noch Jahrzehnte, bis sich die Bezeichnung „Altersheim“ durchsetzte.

Das Alter eines Menschen ist keine Krankheit. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Alter oft mit Krankheit einhergeht und der Betroffene dann zunehmender Pflege bedarf. Und so tauchte Mitte der 20er Jahre erstmals die Bezeichnung „Alters- und Pflegeheim“ für das Gebäude an der Schleswiger Chaussee auf. Aber immer noch war die „harte Hand“ spürbar. Unbotmäßiges Verhalten wurde geahndet. Es konnte mit Ausgangssperre und Essenentzug bestraft werden.

Die Entwicklung des Hauses

Die Lebensbedingungen in dem Heim wurden ständig verbessert und durch bauliche Maßnahmen laufend zeitgemäßen Erfordernissen angepasst. Anstelle der ursprünglichen Gaslampen erhielt das Haus 1929 eine elektrische Lichtanlage. Die Anzahl der Betten wurde in den kommenden Jahren kontinuierlich reduziert. Erst dadurch konnten die Schlafsäle zu Mehrbettaufenthaltsräumen umgebaut werden. Am 31. Dezember 1963 verfügte das Heim schließlich nur noch über 45 Betreuungsplätze für ältere Mitbürger, überwiegend untergebracht in Zwei- bis Vierbettzimmern. Vorher war im gleichen Jahr auch schon die Kinderabteilung aufgelöst worden.

Von 1966 bis 1968 wurde das Haus um einen Anbau für 22 Einzelzimmer erweitert. Zeitgleich erfolgte im Altbau eine grundlegende Sanierung. Hier gab es danach nur noch Einzel- oder Doppelzimmer. Die Wohnräume im neuen Anbau waren teilweise zusätzlich sogar mit Balkonen ausgestattet. Erstmals wurde auch eine spezielle Pflegestation mit sechs Betten eingerichtet. Insgesamt standen jetzt 64 Heimplätze zur Verfügung.

Die steigende Nachfrage nach Pflegeplätzen erforderte weitere Maßnahmen. Es wurde wieder angebaut. Am 1. Januar 1975 konnte eine neue Pflegestation mit 12 Doppel- und 6 Einzelzimmern eingeweiht werden. Die bisherige Pflegeabteilung im Altbau wurde aufgelöst.

1978 wurde auf dem Grundstück ein neues Doppelwohnhaus mit je einer Wohnung für den Heimleiter und den Hauswart eingeweiht. Die bisherige Heimleiterwohnung im Altbau und die im selben Trakt liegenden Altenheimzimmer wurden zu einer Pflegestation umgerüstet. Und auch die drei Jahre zuvor aufgelöste Pflegeabteilung nahm wieder ihren Betrieb auf.
Für das im Heim beschäftigte Personal wurden im Dachgeschoss Aufenthalts- und Umkleideräume eingerichtet. Insgesamt hatte das Haus jetzt Platz für 98 Bewohner. Für 51 von ihnen standen Pflegeplätze bereit. Erstmals überstieg ihre Anzahl die Zahl der Altenheimplätze.

Die Nachfrage nach Pflegeplätzen stieg weiter rasant an. Gleichzeitig sank der Bedarf an Altenheimplätzen. Diese Entwicklung erforderte weitere Umbauten. 1985 wurde darauf reagiert. Alle Altenheimplätze im zweiten Obergeschoss des Altbaus wurden zu Pflegeplätzen umgerüstet. Danach verfügte die Wohnanlage über 85 Pflege- und nur noch über 10 Altenheimplätze. Die Bewohner waren in 29 Doppel- und 37 Einzelzimmern untergebracht. Im Zuge dieses Umbaus erhielt das Gebäude einen zweiten Fahrstuhl und einen großzügig erweiterten Windfang. Die Waschküche wurde verlegt und etliche Nebenräume modernisiert.

Aber immer noch standen den Bewohnern nur Gemeinschaftsbäder zur Verfügung, und die sanitären Anlagen entsprachen schon lange nicht mehr zeitgemäßen Anforderungen. Die Treppen zwischen den einzelnen Abteilungen waren sehr hinderlich und erschwerten auch den Beschäftigten die Pflegearbeit nicht unerheblich. Es fehlte an Gemeinschafts- und Therapieräumen um einer modernen Altenpflege gerecht zu werden. Und auch die technischen Anlagen bedurften dringend einer Erneuerung.

Alle diese Probleme machten einen weiteren Anbau und eine umfassende Sanierung der vorhandenen Gebäude erforderlich. Der erste Spatenstich der neuen Baumaßnahme erfolgte am 17. September 2002. Am 20. Mai 2005 konnte Bürgermeister Andreas Breitner die Seniorenwohnanlage Neue Heimat zur Freude der Bewohner und der Beschäftigten zusammen mit den am Bau beteiligten Handwerkern, den Architekten, den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Mitgliedern der Ratsversammlung einweihen und den Schlüssel des Hauses symbolisch an die Leitung der Wohnanlage weiterreichen.

Da Altenheimplätze nicht so stark nachgefragt und finanziell nicht gefördert wurden, wurden auch die verbliebenen 10 Plätze ab 01. Januar2007 als Pflegeplätze angeboten. Heute bietet die Seniorenwohnanlage Neue Heimat an der Schleswiger Chaussee insgesamt 95 Pflegeplätze und 5 Plätze für Kurzzeitpflege an. Zu der Anlage gehören außerdem 108 betreute Seniorenwohnungen, 52 davon in der Straße Neue Heimat und weitere 56 auf dem Grundstück Rotenhöfer Weg 34. Durch qualifiziertes Personal ist freundliche, sachgerechte Betreuung und moderne Altenpflege für die Bewohner der Anlage gewährleistet. Im Pflegeheim  wird eine ganzheitliche ressourcen- und fähigkeitsorientierte Pflege durchgeführt. Aus einer Küche heraus werden auch alle erforderlichen Diäten und Schonkosten angeboten.

Eine eigene Wäscherei  und hauseigenes Reinigungspersonal sorgt für Sauberkeit. Mit ausgebildetem und qualifiziertem Betreuungspersonal  werden unterschiedliche Therapien, Veranstaltungen, Ausflugsfahrten und Ferienfreizeiten angeboten. Im Hause befindet sich eine medizinische Fußpflegepraxis (Podologie).

Die Seniorenwohnanlage Neue Heimat ist heute ein unter der Trägerschaft der Stadt Rendsburg geführter Eigenbetrieb. Verwaltungsleiter des Hauses ist Marcus Speck. Die Leitung der Pflege liegt in den Händen von Wolfgang Jürgens. Insgesamt sind z. Zt. 93 Mitarbeiter in der Wohnanlage beschäftigt.   



Anschrift

Seniorenwohnanlage "Neue Heimat"
Schleswiger Chaussee 42
24768 Rendsburg

Kontakt

04331 33 72 510
04331 33 72 550
info@neueheimat-rd.de
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