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Mehr LKW durch weiteres Abbruchunternehmen in Misburg

 

Ein mindestens 50.000 Quadratmeter großes, freies Grundstück auf dem Gelände der Misburger Hafengesellschaft mbH hat das Interesse der Unternehmensgruppe Hagedorn geweckt, die hier ein Wertstoffzentrum einrichten möchte, in dem jährlich etwa 400.000 Tonnen Abbruchmaterialien recycelt werden können. Die Misburger Hafengesellschaft unterstützt dieses Vorhaben, denn seitdem der Rußhersteller Columbian Carbon vor anderthalb Jahren das Gelände verlassen hat, fehlen der Hafengesellschaft als Eigentümerin der Fläche die Mieteinnahmen. „Der Weggang von Columbian Carbon war ein schwerer Schlag ins Kontor“, sagte  deren Geschäftsführer Jörn Ohm in der Sitzung des Bezirksrates Misburg-Anderten. „Wenn die Fläche nicht vermietet werden kann, bekommen wir existenzielle Probleme.“abbruch.jpg
Die Firma Hagedorn agiert deutschlandweit als Abbruchunternehmen und betreibt bereits ein ähnliches Wertstoffzentrum in Gütersloh. Die beiden Geschäftsführer Alfred Winkelmann und Frank Kramer standen den Politikern  Rede und Antwort. Auf dem Gelände soll in drei Hallen von insgesamt rund 11.700 Quadratmetern Bauschutt so aufbereitet werden, dass er per Schiff zu Abnehmern in den Niederlanden transportiert werden kann. Dafür sollen rund 20 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, insgesamt werden hier 40 Personen tätig sein. Lärm- und Verkehrsgutachten seien in Arbeit, hieß es. Das Abbruchmaterial wird mit Lastwagen angeliefert, etwa 77 pro Tag und zwar zwischen 7 und 18 Uhr, montags bis freitags. Vor allem Letzteres stieß beim Bezirksrat auf Ablehnung: „Eigentlich möchten wir, dass der Verkehr weniger wird statt mehr“, sagte Daniela Selberg (SPD). Jörn Ohm gab zu bedenken, dass auch Columbian Carbon LKW genutzt hat. Zudem hofft die Firma Hagedorn, dass sie einen Teil des Abbruchmaterials, das bisher von dem in unmittelbarer Nachbarschaft ansässigen Unternehmen Tönsmeier verarbeitet wurde, übernehmen kann.
Auch über Staubemissionen machten sich die Politiker Sorgen. Die Hagedorn-Geschäftsführer versuchten die Bedenken zu zerstreuen: Das Material werde in erster Linie in Hallen verarbeitet und bei Bedarf mit Wasser angefeuchtet. Gleiches gelte für Material, das im Freien lagere.
Wenn alles wie geplant verläuft, könnte die Anlage Ende 2019 oder Anfang 2020 ihren Betrieb aufnehmen.  -ben

 

 

Unterkunft für Obdachlose in Misburg und Kleefeld geplant

 

Noch sind in der Unterkunft am Seelberg Flüchtlinge zu Hause, doch nach dem Willen der Stadtverwaltung sollen hier künftig obdachlose Männer einziehen. Der Leiter des Fachbereichs Planen und Stadtentwicklung, Michael Heesch, warb in der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Misburg-Anderten für dieses Projekt.
Die Zahl der Obdachlosen, die sich hilfesuchend an die Stadt wenden, hat sich in den vergangenen fünf Jahren von 560 im Jahr 2012 auf 1.200 in 2017 mehr als verdoppelt. Daneben gibt es eine Dunkelziffer an Menschen, die sich nicht bei der Stadt melden, erklärte Heesch. Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind dabei sehr vielschichtig. Von jetzt auf gleich kann es zum Beispiel passieren, dass eine Wohnung unbewohnbar wird oder dass sie nicht mehr bezahlt werden kann. Dann ist die Stadtverwaltung verpflichtet, für Ersatz zu sorgen, da „Obdachlosigkeit eine Gefahr für Leib und Leben darstellt“, so die Aussage von Marc Schalow, Bereichsleiter für Stadterneuerung und Wohnen, der das Projekt dem Bezirksrat Buchholz-Kleefeld vorstellte.
Bisher reichen die Kapazitäten der stadteigenen Wohnungen und Unterkünfte noch aus, so Heesch. Doch es ist damit zu rechnen, dass in Zukunft noch mehr Menschen obdachlos werden. Schalow sprach von einer geschätzten Zunahme um jährlich zehn Prozent. Zurzeit verfügt die Stadt über 245 Wohnungen, in denen rund 680 Menschen untergebracht sind. Dann gibt es noch drei Gemeinschaftsunterkünfte für insgesamt 200 Männer, eine Gemeinschaftsunterkunft für etwa 60 Frauen sowie 240 Wohnungen für Familien. Darüber hinaus bietet die Stadt auch Notunterkünfte für die Nacht an, die sich vornehmlich im Innenstadtbereich befinden.
Die Flüchtlingsunterkunft am Seelberg ist zurzeit noch belegt und es ist auch nicht geplant, die Geflüchteten dort abzuziehen, solange sie keine eigene Wohnung gefunden haben. Dies ist ohnehin erst möglich, wenn ihr Aufenthaltstatus geklärt ist. Sobald die Unterkunft aber frei ist, soll sie als Gemeinschaftsunterkunft für 30 bis 40 alleinstehende Männer genutzt werden, erläutert Heesch die Pläne. Sie soll eine Gemeinschaftsunterkunft in der Innenstadt ersetzen, die langfristig in eine Notschlafeinrichtung umgewandelt werden soll.
In Misburg sollen vor allem  obdachlose Personen angesiedelt werden, die berufstätig sind und am sozialen Leben teilhaben, aber dennoch kein eigenes Dach über dem Kopf haben. Die Umsiedlung soll freiwillig erfolgen. Wie lange der einzelne Mensch dann in der Unterkunft bleibt, hängt von ihm selbst ab. Für manche ist dies nur eine Übergangssituation.
Auch in Kleefeld ist eine Unterkunft für obdachlose Menschen geplant. Dafür vorgesehen ist das Flüchtlingsheim am Annateich, in dem insgesamt 45 Personen leben können, das aber zurzeit wegen eines massiven Wasserschadens nur zur Hälfte belegt ist. Bisher ist nicht geklärt, wer für die Reparaturkosten aufkommt. Eigentümer des Gebäudes ist die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH (GBH), die Stadt hat es nur angemietet. In der fest gebauten Unterkunft am Annateich sollen Familien ohne Obdach einquartiert werden, berichtete Schalow.
Genau wie in den Unterkünften für Geflüchtete wird es auch in den Obdachlosenheimen Sozialarbeiter und Schließdienste geben. Die jeweiligen Betreiber werden über Ausschreibungen gefunden. Solange aber die bestehenden Verträge noch laufen, werden diese angepasst und bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit von drei Jahren weitergeführt.
Einen Zeitplan für den Einzug der Obdachlosen gibt es noch nicht. Nach der Vorstellung des Projektes erstellt die Stadtverwaltung eine Beschlussdrucksache, die alle relevanten politischen Gremien durchlaufen muss. Dies soll nach Möglichkeit noch vor der  Sommerpause geschehen. Danach wird man sehen, wann die Flüchtlinge die Unterkünfte verlassen können. -ben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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